ReferentInnen

Die ReferentInnen für den Kongress 2017 sind:

 

Dirk Baier

Dr. Dirk Baier

Institutsleiter der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit, Institut für Delinquenz und Kriminalprävention

Dirk Baier hat an der TU Chemnitz Soziologie im Diplomstudiengang studiert und 2002 abgeschlossen. Im Anschluss hat er zwei Jahre in einem Forschungsprojekt zur EU-Osterweiterung gearbeitet. Von 2005 bis 2015 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). In den Jahren 2012 bis 2015 war er stellvertretender Direktor dieses Instituts. Seit 2015 leitet er das neu gegründete Institut für Delinquenz und Kriminalprävention an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in folgenden Bereichen: Jugendkriminalität, Gewaltkriminalität, Extremismus, Methoden der empirischen Sozialforschung.

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Vortrag

Charakteristische Merkmale

Derzeit scheint der politische Extremismus in vielen europäischen Ländern wieder zu erstarken. Aktuelle Vorfälle islamistischen Terrors stehen ebenso dafür wie links- oder rechtsextrem motivierte Gewalttaten.

Im Vortrag werden daher diese drei Formen des politischen Extremismus betrachtet: der Rechts-, der Links- und der islamische Extremismus. Es wird erläutert, was die charakteristischen Merkmale dieser Extremismusformen sind, wie verbreitet sie sind und welche Einflussfaktoren die Zuwendung zum Extremismus hat.

Abschließend wird ein Forschungsprojekt vorgestellt, dass derzeit in der Schweiz zu allen drei Extremismen durchgeführt wird und in dessen Rahmen ca. 10.000 Jugendliche zu extremistischen Einstellungen und Verhaltensweisen befragt werden.

Moussa Al-Hassan Diaw

Moussa Al-Hassan Diaw, M.A., Dipl.-Päd.

Mitgründer von derad.at und derad.org des „Netzwerkes Sozialer Zusammenhalt, Prävention, Deradikalisierung und Demokratie“, Doktorand an der Universität Osnabrück

Moussa Al-Hassan Diaw, M.A., Dipl.-Päd. lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Österreich und ist Mitgründer von derad.at und derad.org des „Netzwerkes Sozialer Zusammenhalt, Prävention, Deradikalisierung und Demokratie“. Er ist Doktorand an der Universität Osnabrück (Deutschland), wo er zum Thema „Muslimischer Zelotismus und politischer Salafismus“ promoviert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Koordinator der Imam-Weiterbildung tätig war und weiterhin lehrt: http://tiny.cc/4fdidx Er ist Co-Leiter eines Lehrganges an der Donau-Universität Krems zum Thema „Neo-Salafismus“ http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/neo-salafistischer-islamismus/index.php

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Vortrag

Politische Salafiyya und Terrorismus

Was kann die Motivation von Menschen sein eine religiös begründete politisch-extremistische Ideologie zu verkünden, und deren Umsetzung mit Gewalt zu proagieren?

Warum lassen sich Menschen dazu motivieren diesen Ideen zu folgen und dafür das Leben anderer Menschen und ihr eigenes zu vernichten?

Wer ist der ferne und der nahe Feind, den es zu bekämpfen gilt?

Worauf basiert die grundlegende Idee dieser Ideologie, die so absolut vertreten wird, dass auch Menschen in Österreich dieser anheimgefallen sind.

Diese Fragen sollen im Vortrag kurz skizziert werden.

Praxisforum

Politische Salafiyya und Terrorismus

Im Praxisforum soll in der dazu zur Verfügung stehenden Zeit auf die internationale Entwicklung und die Entstehung Al-Qaidas und des sogenannten Islamischen Staates eingegangen werden.

Auch die im deutschsprachigen Raum aktiven Vertreter und deren Formen der Propaganda sollen dargestellt werden. Dazu soll auch die Hintergründe für Radikalisierung und die Motivation von Menschen thematisiert und diskutiert werden, die von charismatischen Persönlichkeiten benutzt werden, um im Bekanntenkreis, in Videos oder sozialen Medien für diese Ideen zu werben.

Die Arbeit des Vereines DERAD im Rahmen der Prävention und sogenannten Deradikalisierung wird ebenfalls kurz vorgestellt werden.

Dr. phil. Bettina Doering

Dr.in phil. Bettina Doering

… ist Diplom-Psychologin und leitet das Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen am Niedersächsischen Justizministerium. Ihre Promotion schrieb Sie unter anderem zur Entwicklung moralischer Motivation im Kindes- und Jugendalter und untersuchte die Zusammenhänge zu Viktimisierungserfahrungen und Deliquenz.

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Vortrag

Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sind Personen, die als Mitglieder marginalisierter gesellschaftlicher Gruppen wahrgenommen werden. Obwohl es eine Vielzahl von Angeboten für Kriminalitätsopfer in Niedersachsen bzw. Deutschland existieren, finden nur wenige Betroffene von rechter Gewalt Ihren Weg in die entsprechenden Hilfeangebote.

Einer der Gründe dafür sind die erheblichen Zugangsbarrieren zu diesen Beratungsangeboten. Daraus folgt, dass für die Opfer rechter Gewalt ein spezielles Angebot geschaffen werden muss.

Im Vortrag wird entsprechend zunächst die Ausgangssituation in Niedersachsen, Deutschland und Europa skizziert und eine Analyse der Betroffenengruppen vorgenommen. Anschließend werden die rechtlichen und psychologischen Grundlagen und Rahmenbedingungen der Beratungsangebote vorgestellt.

Praxisforum

„Neonazi“ – biographische Analyse von Ein- und Ausstiegsmotiven

Referent/in: Stefan Saß & Dr.in Bettina Doering

Das Praxisforum orientiert sich inhaltlich an dem Memoir „Neonazi“ von Timo F. In diesem Buch wird der Werdegang eines jungen Mannes chronologisch durch alle Stadien von Zugehörigkeit zur rechtsextrem orientierten Szene abgebildet. Auch wenn rechtsextrem orientierte Szeneeinstiege bzw. Zugehörigkeitsverläufe und die Entwicklungen von Ausstiegsmotiven prinzipiell individuell begründet und daher schwer zu generalisieren sind, so zeigt die Biographie Timo F.s doch einige Begründungszusammenhänge im Kontext von Szeneausstieg, -zugehörigkeit und -ausstieg, die in der Ausstiegspraxis resp. der biographischen Aufarbeitung von Szenebiographien immer wieder hervorstechen.

Im Praxisforum werden mithilfe von Textbeispielen einerseits biographische Marker, die im Einstiegsprozess Wirksamkeit entfalten können, herausgearbeitet. Andererseits wird dezidiert die Entwicklung von Ausstiegsmotiven in den Fokus genommen.

Es sollen Wege und Möglichkeiten diskutiert werden, dem einen sowohl entgegen zu wirken wie auch dem anderen Vorschub zu leisten, um letztlich Szeneeinstiegen vorzubeugen oder Ausstiege zu ermöglichen.


Stefan Saß

Stefan Saß

Stefan Saß ist Diplom Sozialpädagoge/Sozialarbeiter. Er ist Gründungmitglied des Aussteigerprogramms für Rechtsextremisten des niedersächsischen Justizministeriums, AussteigerhilfeRechts, und seit 16 Jahren in der Ausstiegsbegleitung tätig.

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Praxisforum

„Neonazi“ – biographische Analyse von Ein- und Ausstiegsmotiven

Referent/in: Stefan Saß & Dr.in Bettina Doering

Das Praxisforum orientiert sich inhaltlich an dem Memoir „Neonazi“ von Timo F. In diesem Buch wird der Werdegang eines jungen Mannes chronologisch durch alle Stadien von Zugehörigkeit zur rechtsextrem orientierten Szene abgebildet. Auch wenn rechtsextrem orientierte Szeneeinstiege bzw. Zugehörigkeitsverläufe und die Entwicklungen von Ausstiegsmotiven prinzipiell individuell begründet und daher schwer zu generalisieren sind, so zeigt die Biographie Timo F.s doch einige Begründungszusammenhänge im Kontext von Szeneausstieg, -zugehörigkeit und -ausstieg, die in der Ausstiegspraxis resp. der biographischen Aufarbeitung von Szenebiographien immer wieder hervorstechen.

Im Praxisforum werden mithilfe von Textbeispielen einerseits biographische Marker, die im Einstiegsprozess Wirksamkeit entfalten können, herausgearbeitet. Andererseits wird dezidiert die Entwicklung von Ausstiegsmotiven in den Fokus genommen.

Es sollen Wege und Möglichkeiten diskutiert werden, dem einen sowohl entgegen zu wirken wie auch dem anderen Vorschub zu leisten, um letztlich Szeneeinstiegen vorzubeugen oder Ausstiege zu ermöglichen.

Günther Ebenschweiger

Günther Ebenschweiger

Präventionsexperte, Schwerpunktthemen: sexueller Missbrauch | häusliche Gewalt | Angst | Medienkompetenz | Cybermobbing | WhatsApp & Co | Opferverhalten | Extremismus & Radikalismus | Netzwerk- und Kooperationsmanagement

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Vortrag

Wie kann Präventionsarbeit gelingen?

Gelingende präventive Arbeit setzt Langfristigkeit und Kontinuität voraus. Persönliche Entwicklungsprozesse finden dann statt, wenn das Verhältnis zu jungen Menschen sowohl von Akzeptanz als auch von Anforderungen und durchaus auch von Konfrontation geprägt ist; und das verlangt eine hohe Professionalität der MultiplikatorInnen.

Demgegenüber leidet die präventive Arbeit vor Ort aber häufig an Zeitknappheit, mangelnder Kontinuität und an einer Kurzatmigkeit des praktischen präventiven Engagements, so dass eine deutliche Wissenschaft-Praxis-Lücke klafft.

Entscheidend ist, dass Prävention als Teil der Gesellschaft auf eine (gesamt-)gesellschaftliche Unterstützung angewiesen ist, die in vielen Fällen nicht ausreichend gewährt wird und, dass präventives Engagement selbstverständlich auch Grenzen hat. Grenzen liegen insbesondere dort, wo politische, ökonomische und soziale Faktoren die präventiven Einflussmöglichkeiten stark einengen.

Gegen Radikalismus | Extremismus gibt es keine Patentrezepte. Auch die Prävention hat solche nicht zu bieten. Präventive Strategien sind dann wirksam und nachhaltig, wenn einer erforderlichen Strategie (Bedarf | Diagnose | Anerkennung | Rückmeldung | Risiko-Schutzfaktoren | Vernetzung | ...) gesamtgesellschaftlich gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Praxisforum

Islam, Islamfeindlichkeit und Prävention von Islamismus - Praxisnaher Umgang mit religiös begründeter Ideologisierung

Achtung: Diese Praxisforen von Irmtraud Eckart und Günther Ebenschweiger finden an beiden Tagen mit einem Teil 1 und einem ergänzenden Teil 2 statt!

Der Vortrag sowie die beiden Praxisforen befassen sich mit den Lebenswelten Jugendlicher. Schwerpunktmäßig geht es dabei um Fragen der Identität, der Orientierung und der Zugehörigkeit. In einer globalisierten Gesellschaft stellen diese Themen nicht nur die Jugendlichen selbst immer wieder vor Herausforderungen, sondern auch diejenigen, die mit ihnen tagtäglich arbeiten: Lehrkräfte, Jugend- und SozialarbeiterInnen, Schulsozialarbeit sowie Polizei, Verantwortliche in den Städten und Gemeinden ...

Oft kommt es in der direkten Arbeit mit den Jugendlichen darauf an, die sogenannten „Kippstellen“ innerhalb ihrer Aussagen oder Verhaltensweisen zu erkennen und angemessen zu reagieren. An welcher Stelle „kippt“ eine legitime Position in eine ideologische, wo wird aus einer Kritik eine Verallgemeinerung, eine Abwertung oder ein Feindbild? Und wie gehe ich in diesem Fall damit pädagogisch geschickt um?

Die Formel „Signale von Anerkennung | Zugehörigkeit | Bindung und „Gleichwürdigkeit“ (J. Juul) bietet MultiplikatorInnen in diesen oft sehr herausfordernden Situationen eine Orientierungshilfe. Im ersten Schritt schafft sie die notwendige Gesprächsbasis um in einen zugewandten Austausch mit den Jugendlichen zu gehen. Im Weiteren ermöglicht es einzugreifen und Stellung zu beziehen, wenn dies nötig ist – entsprechend der Haltung „Ich finde dich ok – aber was du sagst, finde ich nicht ok!“.

Im Vortrag | Praxisforen sollen MultiplikatorInnen zunächst für die Motive und Interessen der Jugendlichen sensibilisiert werden. Nur dadurch kann es gelingen Jugendlichen reflektierte Zugänge zu Fragen von Religion, Identität und Zugehörigkeit aufzuzeigen und dadurch die positiven Seiten eines pluralen Miteinanders für sie erfahrbar zu machen. Gerade in Hinblick auf salafistische Angebote, die genau an diesen Thematiken ansetzten, ist es notwendig alternative Angebote zu schaffen. Diese fördern demokratische und pluralistische Haltungen und wirken somit präventiv auf gesamtgesellschaftlicher Ebene.

Dies soll eine positive Botschaft an unsere Zielgruppen sein:

• In den meisten Fällen handelt es sich um ganz jugendtypische Themen und Probleme.
• Sie müssen keine TheologInnen oder IslamwissenschaftlerInnen sein.
• Als Fachkräfte verfügen Sie bereits über die notwendigen Kompetenzen.
• Sehen Sie keine kleinen Terroristen, sondern einen Jugendlichen in Not, der Ihrer Unterstützung bedarf!

Irmtraud Eckart

Irmtraud Eckart

Arbeitet bei ufuq.de als Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachstelle zur Prävention von religiös begründeter Ideologisierung in Bayern.

Sie studierte in Hamburg, Erlangen und Syrien Islamwissenschaften und Arabisch sowie Geographie mit Nahost-Schwerpunkt. Ihren Master absolvierte sie im Bereich der nachhaltigen (Stadt)entwicklung in der MENA-Region innerhalb eines deutsch-ägyptischen Masterprogramms.

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Vortrag/Praxisforum

Islam, Islamfeindlichkeit und Prävention von Islamismus - Praxisnaher Umgang mit religiös begründeter Ideologisierung

Achtung: Diese Praxisforen von Irmtraud Eckart und Günther Ebenschweiger finden an beiden Tagen mit einem Teil 1 und einem ergänzenden Teil 2 statt!

Der Vortrag sowie die beiden Praxisforen befassen sich mit den Lebenswelten Jugendlicher. Schwerpunktmäßig geht es dabei um Fragen der Identität, der Orientierung und der Zugehörigkeit. In einer globalisierten Gesellschaft stellen diese Themen nicht nur die Jugendlichen selbst immer wieder vor Herausforderungen, sondern auch diejenigen, die mit ihnen tagtäglich arbeiten: Lehrkräfte, Jugend- und SozialarbeiterInnen, Schulsozialarbeit sowie Polizei, Verantwortliche in den Städten und Gemeinden ...

Oft kommt es in der direkten Arbeit mit den Jugendlichen darauf an, die sogenannten „Kippstellen“ innerhalb ihrer Aussagen oder Verhaltensweisen zu erkennen und angemessen zu reagieren. An welcher Stelle „kippt“ eine legitime Position in eine ideologische, wo wird aus einer Kritik eine Verallgemeinerung, eine Abwertung oder ein Feindbild? Und wie gehe ich in diesem Fall damit pädagogisch geschickt um?

Die Formel „Signale von Anerkennung | Zugehörigkeit | Bindung und „Gleichwürdigkeit“ (J. Juul) bietet MultiplikatorInnen in diesen oft sehr herausfordernden Situationen eine Orientierungshilfe. Im ersten Schritt schafft sie die notwendige Gesprächsbasis um in einen zugewandten Austausch mit den Jugendlichen zu gehen. Im Weiteren ermöglicht es einzugreifen und Stellung zu beziehen, wenn dies nötig ist – entsprechend der Haltung „Ich finde dich ok – aber was du sagst, finde ich nicht ok!“.

Im Vortrag | Praxisforen sollen MultiplikatorInnen zunächst für die Motive und Interessen der Jugendlichen sensibilisiert werden. Nur dadurch kann es gelingen Jugendlichen reflektierte Zugänge zu Fragen von Religion, Identität und Zugehörigkeit aufzuzeigen und dadurch die positiven Seiten eines pluralen Miteinanders für sie erfahrbar zu machen. Gerade in Hinblick auf salafistische Angebote, die genau an diesen Thematiken ansetzten, ist es notwendig alternative Angebote zu schaffen. Diese fördern demokratische und pluralistische Haltungen und wirken somit präventiv auf gesamtgesellschaftlicher Ebene.

Dies soll eine positive Botschaft an unsere Zielgruppen sein:

• In den meisten Fällen handelt es sich um ganz jugendtypische Themen und Probleme.
• Sie müssen keine TheologInnen oder IslamwissenschaftlerInnen sein.
• Als Fachkräfte verfügen Sie bereits über die notwendigen Kompetenzen.
• Sehen Sie keine kleinen Terroristen, sondern einen Jugendlichen in Not, der Ihrer Unterstützung bedarf!

Julian Ernst

Julian Ernst

Erziehungswissenschaftler. Lehramtsstudium in Köln und Istanbul. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im EU-Forschungsprojekt CONTRA und am Arbeitsbereich für Interkulturelle Bildungsforschung an der Universität zu Köln.

Forscht zu allgemeindidaktischen und medienpädagogischen Fragestellungen, speziell im Feld der Radikalisierungsprävention.

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Vortrag

Medienerziehung und Radikalisierungsprävention?

Potenziale und Herausforderungen in der Präventionsarbeit zu extremistischer Internetpropaganda mit Jugendlichen.

Fake News, Hate Speech, Propaganda – diese Schlagworte fallen häufiger, wenn das Internet zum Thema wird. Längst ist klar, dass insbesondere Jugendliche bestimmte Fertigkeiten benötigen, um sich in einer zunehmend durch digitale Medien geprägten Welt zurecht finden zu können. Gerade Medienangebote extremistischer Akteur*innen erscheinen als besondere Herausforderung. Hierbei ist die Medienerziehung gefragt.

Doch welchen Beitrag kann die Medienerziehung zur primären Prävention von Radikalisierung leisten? Welche Potenziale aber auch Herausforderungen birgt die (medienerzieherische) Präventionsarbeit zu extremistischer Propaganda für Jugendliche und ihre Pädagog*innen? Der Vortrag stellt diese Fragen in den Vordergrund.

Praxisforum

Medienkritikfähigkeit Jugendlicher fördern.

Der didaktische Ansatz im EU-Forschungsprojekt CONTRA.

Im Praxisforum soll einerseits die Möglichkeit gegeben werden, Rückfragen zum Vortrag „Medienerziehung und Radikalisierungsprävention? Potenziale und Herausforderungen in der Präventionsarbeit zu extremistischer Internetpropaganda mit Jugendlichen“ stellen zu können.

Andererseits soll ein Einblick in den didaktischen Ansatz gewährt werden, der im EU-Forschungsprojekt CONTRA verfolgt wurde, um die Medienkritikfähigkeit Jugendlicher – als einer zentralen Facette von Medienkompetenz – zu fördern.

PD Mag. Dr. theol. Ernst Fürlinger

PD Mag. Dr. theol. Ernst Fürlinger

Leiter des Zentrums Religion und Globalisierung, Department Migration und Globalisierung, Donau-Universität Krems.
Dozent am Institut für Religionswissenschaft, Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Wien.

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Vortrag

Interreligiöser Dialog als Prävention gegen Radikalismus 

Djihadistische Bewegungen streben gezielt eine Spaltung der europäischen Gesellschaften durch größtmöglichen Terror an, um der eigenen Sache weitere Menschen zuzutreiben. Eine Aufschaukelung zwischen islamistischen und islamfeindlichen rechten Gruppierungen ist Teil dieser Strategie und Gewaltspirale.

Der interreligiöse Dialog ist von daher keine romantische Sache von Idealisten, sondern wird in dieser politischen Perspektive als Widerstand der Zivilgesellschaft gegen Gewalt und Radikalismus verstanden.

Mit Dialog sind alle Aktivitäten und Initiativen gemeint, die die verschiedenen religiösen Gruppen – vor allem Muslime und Christen – einander näher bringen und Brücken der Verständigung schaffen.

Die interreligiöse Begegnung wird unter den heutigen Bedingungen des globalisierten Terrors zu einem unverzichtbaren Teil des sozialen Zusammenhalts, den die Gesellschaft dringend braucht.

Interreligiöser Dialog ist Teil der Präventionsmaßnahmen gegen Radikalismus und Extremismus, gegen das harte absolute Denken im religiösen Bereich.

Praxisforum

Interreligiöser Dialog als Prävention gegen Radikalismus 

Im Praxisforum soll einerseits die Methode des Dialogs geübt werden, andererseits sollen praktische Möglichkeiten der interreligiösen Kontakt- und Begegnungsarbeit ausgetauscht werden.

Personen, die sich auf lokaler Ebene für das Projekt des interreligiösen Dialogs einsetzen bzw. einsetzen wollen, sollen dadurch konkrete Praxisideen und Werkzeuge vermittelt bekommen und für das praktische Handeln in diesem Bereich ermutigt werden.

Reinhard Gesse

Reinhard Gesse

Reinhard Gesse (*1957) Schauspieler/Theaterpädagoge in Warendorf/Westfalen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abschluss der Fachhochschulreife für Sozialpädagogik -Schauspielausbildung in München. 1994 Mitbegründer und Leitung der theaterpädagogischen werkstatt Osnabrück. Arbeit in der Präventionsarbeit: sexuelle Gewalt, Sucht und Cybermobbing. Neuste Projekt „Crossover“ Lasst uns froh und bunter sein“. Thema Rechtsextremismus - Demokratie und Vielfalt.

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Vortrag

Crossover - Lasst uns froh und bunter sein!

Vielfalt als Grundlage einer demokratischen Gesellschaft

Eine aktuelle Studie der TUI Stiftung hat ergeben, dass nur rund die Hälfte der jungen Menschen in den bevölkerungsreichsten Ländern Europas die Demokratie als beste Staatsform erachten. In Deutschland sind es 62 %. Zahlen, die auffordern, für unsere Demokratie einzustehen und ihre Werte zu verteidigen.

Toleranz gilt als Grundpfeiler der Demokratie: Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichberechtigung der Geschlechter, keine Benachteiligung wegen Abstammung, Rasse, Glauben oder sexueller Orientierung. Freiheiten, die selbstverständlich klingen, die aber durch antidemokratische, populistische Bewegungen infrage gestellt werden - und durch Alltagsverhalten.

In Crossover zeigen wir alltägliche Szenen, die intolerantes Verhalten verdeutlichen und Ausgrenzung sichtbar machen. In den methodischen Übungen machen wir Diskriminierung erlebbar und regen die Reflexion über (Un-)Gerechtigkeit und soziale Verantwortung an.

Crossover ist Haltungsarbeit: Wie stehe ich zu den Herausforderungen gesellschaftlicher Vielfalt? Konfrontiert mit den vereinfachenden Positionen anderer ermutigen wir die Jugendlichen zur differenzierten und aktiven Meinungsbildung. Unsere offene Gesellschaft braucht Menschen, die „dem Fremden“ unvoreingenommen begegnen, die (auch eigene) Vorurteile hinterfragen und sich von anderen Lebensweisen und Anschauungen bereichern und inspirieren lassen.

Praxisforum

Crossover – Lasst uns froh und bunter sein!

Ein 2-teiliges theaterpädagogisches Präventionsprogramm mit methodischen Übungen für Menschen ab 15 Jahren.

Crossover ist das neueste Präventionsprogramm der theaterpädagogische werkstatt aus Osnabrück. Es behandelt die Themen Demokratie und kulturelle Vielfalt mit den Schwerpunkten Rassismus, Gender, Gleichberechtigung und Homophobie.

Toleranz ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Aber gerade für Jugendliche ist sie nicht immer selbstverständlich. "Nee, ich bin kein Rassist oder ausländerfeindlich oder so!" In spannenden Dialogen zwischen zwei Jugendlichen werden versteckte Ressentiments gegen Menschen deutlich, die "anders" sind als die Mehrheitsgesellschaft. Menschen, die eine andere Hautfarbe haben, eine andere Religion ausüben, anders lieben. Das Programm zeigt Vorurteile auf und öffnet den Raum für Vielfalt und Toleranz.

Nach den Spieleinheit lassen wir die Jugendlichen im methodischen Spiel verschiedene Rollen erfühlen: Wie wäre es für mich, zu einer Minderheit zu gehören? Kann ich es akzeptieren, wenn andere pauschal über mich urteilen?

Crossover ist ein Plädoyer für eine freie Gesellschaft, in der Vielfalt das Leben bereichert. Denn gerade für Jugendliche, die von der Haarfarbe bis zum Selbstentwurf noch alles ausprobieren dürfen, muss das Credo doch unbedingt lauten: Wir sind bunt, wir sind offen, wir sind neugierig!

Prof. Dr. Thomas Hestermann

Prof. Dr. Thomas Hestermann

Studium der Politik, Sozialpsychologie und Soziologie an der Leibniz-Universität Hannover, Promotion als Medienwissenschaftler an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Tätigkeit in der Medienforschung. Entwicklung diverser Medienformate. Von 1999 bis 2005 sowie 2009 bis 2014 Redaktionsleiter der Fernsehdebattenreihe Tacheles (Phoenix).

Seit 2011 Professor für Journalistik an der Hochschule Macromedia, Campus Hamburg und Berlin. Zuvor Lehrtätigkeit an der Leuphana Universität Lüneburg, Hamburg Media School, Diplomatenschule des Auswärtigen Amtes, Führungsakademie der Bundeswehr u.a.

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Vortrag

Medienberichterstattung über Eingewanderte und Geflüchtete:
Ist Integration doch nur Illusion?

Die Medien haben den gewalttätigen Ausländer als Angstfigur wiederentdeckt. Die Zahl der Berichte über ausländische mutmaßliche Gewalttäter ist stark angestiegen, während über Gewalt an Ausländern kaum noch berichtet wird. Die Betroffenen selbst kommen kaum zu Wort. Berichtet wird vor allem das Scheitern, Beispiele des Gelingens werden kaum publik. So werden Fremdenhass und gesellschaftliche Polarisierung verschärft.

Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der meistgesehenen Fernsehsender und Zeitungen Deutschlands, die internationales Echo erzielte. Der Medienwissenschaftler und Fernsehjournalist Dr. Thomas Hestermann stellt die Ergebnisse seiner Studie vor. Eine Analyse mit anschaulichen Beispielen, die hilft, die Arbeitsweise der Medien besser zu verstehen – und zu verändern. (s. Praxisforum)

Praxisforum

Einfluss auf die Medien: Teil der Veränderung werden, die man will

Wie Journalisten berichten, hat vor allem damit zu tun, was hohe Aufmerksamkeit verspricht. Alarm zu schlagen und Schreckensmeldungen zu verbreiten, ist dafür ein besonders einfaches Mittel – aber nicht das einzige! Die Begegnung zwischen kulturellen Grenzen lässt sich ebenso in berührenden, ermutigenden oder auch kuriosen Geschichten erzählen.

Vielfach sind Journalisten sogar froh, wenn ihnen etwa aus der Flüchtlingsarbeit Themen und Geschichten angeboten werden. Als erfahrener Journalist zeigt Dr. Thomas Hestermann, wie Strategien gegen Hass und Polarisierung aussehen können und wie sich ermutigende Beispiele von Integration in die Öffentlichkeit tragen lassen.

Myassa Kraitt

Myassa Kraitt

… ist Kultur- und Sozialanthropologin, Beraterin, Trainerin und seit mehreren Jahren im Flüchtlingsbereich tätig, u.a. einst in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen, in der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen für den Arbeiter Samariter Bund, sowie Caritas Sintem und Hemayat – Zentrum für Kriegs- und Folterüberlebende.

Derzeit übt sie die Stellvertretende Leitung in der bundesweiten Anlaufstelle Beratungsstelle Extremismus aus und ist für diese seit 2014 als Beraterin und Trainerin tätig.

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Vortrag

Plädoyer für einen breiten Extremismusbegriff

Die Auseinandersetzung mit dem Radikalen setzt eine Infragestellung des Anderen wie des Selbst voraus. Spätestens im Sommer 2014 dominiert das Thema Salafismus, eine fundamentalistische Spielart des Islam, verortet an den theologischen und politischen Rändern des sunnitischen Spektrums, den medialen und politischen Diskurs.

In der mit Bekämpfungsnotwendigkeit aufgeladenen Atmosphäre, welche das Diskursfeld und die Forschung gleichermaßen alarmierend prägt, bleibt wenig Raum um Machtverhältnisse und Gewaltprämissen kritisch zu beleuchten.

Problematisch erscheint hierbei nicht nur die Vermittlung eines engen Extremismusbegriffes, mit dem Fokus auf den religiös-begründeten Extremismus, sondern dessen unauflösliche Konnotation mit „dem Islam“ als bedrohliche und potentiell gewaltbereite Religion, sowie ein verengter Blick auf die Jugend.

Praxisforum

Extremismus – Was hat das eigentlich mit mir zu tun?!

In jüngster Zeit ist „das Radikale“ eines der bestimmenden gesellschaftlichen Themen. Gerade der Zulauf radikal-islamistischer und rechtsextremer Bewegungen stellt besonders MultiplikatorInnen vor neue Herausforderungen.

Das Praxisforum „Extremismus – Was hat das eigentlich mit mir zu tun?!“ richtet sich an MultiplikatorInnen im (sozial-)pädagogischen Bereich.

Grundlegendes Ziel ist das Fördern von Handlungsfähigkeit sowohl bei den MultiplikatorInnen selbst als auch bei den AdressatInnen. Im Mittelpunkt steht nicht der Output, sondern der Prozess durch Dialog, Diskussion und Reflexion. Was hat das Radikale bzw. Extremismus mit MIR zu tun und wo verorte ich es in mir? Wie wirkt dies auf meine berufliche Praxis?

Myassa Kraitt

Mag.a Tyma Kraitt

Geb. 1984 in Bagdad, Irak, studierte Philosophie in Wien und ist freischaffende Publizistin und Buchautorin mit dem Schwerpunkt auf den Nahen und Mittleren Osten.

Im Rahmen ihres bisherigen redaktionellen Werdegangs war sie u.a. für das außenpolitischen Ressort der Zeit im Bild (ORF) tätig sowie zwischen 2010 und 2013 Chefredakteurin der politischen Fachzeitschrift „International“.

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Vortrag

Pop-Dschihad & Propaganda

In der Radikalisierung und Rekrutierung von SympathisantInnen greift die Terrororganisation IS wie keine andere dschihadistische Gruppierung auf vielfältige und professionalisierte Medienstrategien zurück. Dabei soll gezielt unterschiedliches Klientel angesprochen worden. So werden beispielsweise „Medienprodukte“, die an SympathisantInnen im Westen adressiert sind, häufig mit populärkulturellen Elementen und Zitaten angereichert. Beispielsweise knüpfen Propagandaclips, die z.B. an Computerspiele wie Grand Theft Auto oder Call of Duty angelehnt sind, an Lebenswelten und Interessen vieler junger Menschen an.

Professionelle Medienarbeit war bisher ein Grundpfeiler des Erfolges des IS ab 2014. Sie umfasst neben dem hierfür eigens errichteten „Al Hayat Media Center“, das mitunter für die Produktion von Propagandafilmen verantwortlich ist, das monatliche Onlinemagazin Dabiq wie auch koordinierte Aktivitäten in Sozialen Medien wie Twitter und Facebook.

Im Rahmen des Vortrags soll ein Überblick der Medienstrategien des IS geboten, Begrifflichkeiten und Codes der Propaganda analysiert werden.

Praxisforum

Pop-Dschihad & Propaganda

Im Rahmen des Praxisforums sollen wesentliche Strategien des IS zur Propagandaverbreitung rekapituliert werden. In einem weiteren Schritt werden wir gemeinsam Propagandamaterial analysieren und die unterschiedlichen Codes herausarbeiten. Zu beachten sind hierbei folgende Fragen: an wen richtet sich die Botschaft und welche populär- oder subkulturellen Zitate finden sich darin?

Anknüpfend an dieser Sensibilisierung für die Materie widmen wir uns der Problematik des praktischen Umgangs mit Menschen, die für derartige Propaganda anfällig sind.

Myassa Kraitt

Thomas Müller

Leiter der Koordinierungsstelle des „Landesprogramms gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Menschenrechte“ beim Landespräventionsrat Niedersachsen

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Vortrag

Entwicklungsorientierte Prävention von (Rechts)Extremismus

Im Rahmen des neuen, im Sommer 2016 von der niedersächsischen Landesregierung verabschiedeten „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Menschenrechte“ hat der Landespräventionsrat Niedersachsen eine Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena vereinbart.

Inhalt der Kooperation ist eine Metaanalyse der bestehenden Forschungslage zur Prävention von Rechtsextremismus sowie die Organisation eines Wissenschafts – Praxis – Dialogs.

Ziele der Zusammenarbeit sind:

1. die Erweiterung der Wissensbasis über Risiko- und Schutzfaktoren für rechtsextremes Verhalten und Radikalisierung,
2.  die Neu- oder Weiterentwicklung von wirkungsorientierten Präventionsansätzen auf der Basis dieser Erkenntnisse.
3.  die Verbreitung der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Im Vortrag werden die bisher zusammengetragenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu möglichen relevanten Risiko-Schutzfaktoren einer (rechts-)extremen Radikalisierung sowie diskriminierendem Verhaltens von Kindern und Jugendlichen präsentiert und die geplanten Maßnahmen zur Entwicklung von wirkungsorientierten Präventionsansätzen sowie zur Realisierung des Wissenschafts – Praxis – Dialogs vorgestellt.

Praxisforum

„Wie können wir Kinder und Jugendliche vor Diskriminierung und (rechts-)extremer Radikalisierung bewahren?“

Das Praxisforum greift die im Vortrag „Entwicklungsorientierte Prävention von (Rechts)Extremismus“ vorgestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu möglichen relevanten Risiko- und Schutzfaktoren einer (rechts-)extremen Radikalisierung sowie diskriminierendem Verhaltens von Kindern und Jugendlichen auf.

Die Teilnehmenden des Praxisforums bekommen die Gelegenheit zur interdisziplinären Reflektion der vorgestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse, bewerten die Bedeutung der Erkenntnisse für ihre jeweilige Praxis und erarbeiten gemeinsam, welche konkreten Handlungsansätze bzw. konkreten Präventionsmaßnahmen sich aus den Erkenntnissen ableiten lassen.

Zum Ende des Praxisforums bekommen die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre eigenen Ergebnisse mit den aktuellen, auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse erarbeiteten Handlungsempfehlungen zur entwicklungsorientierten Prävention von Rechtsextremismus des Landespräventionsrates Niedersachsen abzugleichen.

Myassa Kraitt

Kaan Mustafa Orhon

Studium der Asien- und Islamwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Autor zahlreicher Artikel zum Thema Islam, Menschenrechte sowie Radikalisierung/Extremismus, Seit Mai 2015 Berater bei Hayat Deutschland, Teil des Beratungsnetzwerkes Radikalisierung, von 2012-2016 Vizepräsident des Rates muslimischer Studierender und Akademiker in Deutschland (RAMSA).

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Vortrag/Praxisforum

Deradikalisierung und die Rolle der Familie – Der Ansatz der Beratungsstelle HAYAT

In ganz Europa radikalisieren sich junge Menschen, reisen in Konfliktgebiete wie Syrien, den Irak oder Libyen aus oder begehen terroristische Verbrechen. Seit den Anschlägen von Paris, Brüssel, Nizza, Manchester, Barcelona und Berlin stehen Gesellschaft und Politik vor der Frage, wie eine Radikalisierung erkannt und gestoppt werden kann.

Die Beratungsstelle HAYAT berät Angehörige von radikalisierten oder gefährdeten Personen und macht dabei die Familie zum zentralen Ansatzpunkt. Es sind in der Regel Eltern, Geschwister und Freunde, die eine Veränderung, die Anzeichen für eine Radikalisierung sein könnten, als erste bemerken, und sie sind es auch, die über ihre Beziehung zu der Person am besten und effektivsten gegensteuern können.

Wie Anzeichen für eine Radikalisierung aussehen können, wie ein Deradikalisierungsprozess aussehen kann und welche Hilfestellung Hayat dafür geben kann, wird in diesem Vortrag erläutert.

Im anschließenden Workshop besteht die Möglichkeit, den Vortragsinhalt vertieft zu diskutieren, konkrete Erfahrungen aus der Beratungsarbeit von Hayat vorzustellen und Fallbeispiele gemeinsam zu erörtern.

Myassa Kraitt

Ramazan Demir MA BEd.

… ist in Ludwigshafen am Rhein geboren und studierte Islamische Religionspädagogik an der Universität Wien. Er ist Gefängnis-Imam der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und fungiert als Leiter der Islamischen Gefängnisseelsorge. Zudem ist er als Dozent an der KPH Wien/Krems tätig.

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Vortrag

Radikalismus und Aufklärung von jungen Muslimen

Der Terror des „IS“ zerrt den Islam in tägliche Medienpräsenz.

Hunderte „Österreichische Muslime“ sind in den Syrien-Krieg gezogen bzw. wollten in den Krieg ziehen. Die schrecklichen Ereignisse werfen vermehrt die Frage auf, ob der Islam und seine Anhänger an sich zur Gewaltbereitschaft aufrufen. Welchen Herausforderungen sind wir hier in Österreich nun ausgesetzt?

Ein kurzer Einblick auf die Muslime in Österreich wird gegeben in Hinblick auf:
- Glaube und Praxis
- Zahlen und Fakten
- Die Situation in den Gefängnissen, Schulen und Moscheen.

Praxisforum

Faktoren der Radikalisierung bei jungen Muslimen und die Bedeutung der Präventionsarbeit und De-Radikalisierungsarbeit

Warum radikalisieren sich junge Muslime?
Mit welchen manipulativen Methoden arbeiten die Extremisten?
Umgang mit extremistischen Jugendlichen
Beleuchtung von Begriffen wie „Dschihad“ und „Scharia“
Gemeinsame Diskussion über die Situation und Herausforderungen der Muslime in Österreich